Gewässerpflegehandbuch

Die Gemeinde Haßloch hat ein Pflegehandbuch für seine Gräben und Gewässer 3. Ordnung verfasst! Oder besser: Verfassen lassen! Nach dem katastrophalen Kahlschlag in den Gewässern 2015 (der sogenannten Gewässerpflege) sah sich die Verwaltung veranlasst, ein für allemal Abhilfe zu schaffen. Der Gewässerzweckverband und die SGD Süd sahen ebenfalls Handlungsbedarf und setzten sich an einem runden Tisch zusammen – im Spannungsfeld von Naturschutz, Gewässerökologie und Hochwasserschutz sollte ein best-practice-Werk entstehen, ein Vorzeigeprojekt sollte es werden, das andere Kommunen als Vorlage verwenden können sollten.

Jetzt liegt es vor: Nach 2 Jahren Arbeit daran, 50.000€ hat es gekostet und hat 37 Seiten! 1351€ pro Seite – zweifelsfrei angemessen, schaffte das beauftragte Ingenieurbüro monatlich doch nur 1,5 Seiten. Angemessen? Wohl kaum. Die HLL hatte bereits ??.2016 die Anschaffung des DWD-Merkblattes für 20 € per Antrag empfohlen. Hätte die Verwaltung aufgrund ihrer Ortskenntnisse dieses allgemeine Merkblatt auf die Haßlocher Gräben übertragen, hätte der Steuerzahler also wohl 49.980€ gespart. Wahrscheinlich kann das der Umweltdezernent auch gar nicht selbst, aber das er das seiner Verwaltung und den ortskundigen Bürgern gar nicht zutraut? DIe Bevölkerung wurde nicht beteiligt, die Bachpaten nicht gehört, Umweltorganisationen wie BUND ignoriert… Statt dessen hat man die eigene Unfähigkeit beworben, mit einem Zuschuss von 90% vom Land erkauft und empfiehlt sich auch noch an andere Kommunen in RLP.

Woran erinnert diese Vorgehensweise? Achja – das Hochwasserschutzkonzept für die Gemeinde Haßloch hat man ja auch bereits an ein Ingenieurbüro vergeben, bevor Ideen aus der Bevölkerung vorgebracht werden? Und da ist dann ja auch die Rehbachverlegung, die man mit Zuschüssen finanziert, die man auch hätte sparen können, wenn man sich auf die eigenen Stärken des größten Dorfes in RLP besonnen hätte.

Zum Gewässerpflegeplan:

Bereits 1997 sah sich der GZV veranlasst, einen Gewässerpflegeplan für das Gebiet Rehbach-Speyerbach zu veranlassen. Der hatte immerhin 137 Seiten.

Zur Rehbachverlegung:

ALLE Ortsgruppen der Naturschutzorganisationen in der Gemeinde Haßloch haben sich GEGEN die Verlegung ausgesprochen. Nur die nach der Stellungnahme befragten Kreis-und Landesorganisationen waren dafür. 

Zum Hochwasserschutzkonzept: Auch hier steht das Ergebnis bereits fest: H4 – nur der Weg dahin und die Details der Umsetzung fehlen noch. Ergebnisoffenheit sieht anders aus!

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